Mordlust

Mordlust

Der True Crime Podcast aus Deutschland

#14 Verpfuschtes Leben & Tyrann

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Hilfe bei Depressionen und Suizidgedanken

Deutsche Depressionshilfe - Wo finde ich Hilfe?

Notfallnummern

Der Fall Stefan M.

Zeit Artikel - "Der Todesplan"

"Menschen hautnah" Doku - Der Fall Stefan M.

Stern Artikel zum Thema "Erweiterter Suizid"

Weiterführende Informationen zum Thema "Suizid"

Der Fall des Haustyranns

NDR Doku: Das soll Recht sein? Mord am Peiniger

SWR2 Tandem: Tod eines Haustyrannen

hrr-strafrecht.de zum Urteil des Haustyrannen-Falls

Reform des Mordparagrafen

Policy Paper der Strafverteidigervereinigungen - Abschaffung der lebenslangen Freiheitsstrafe

Süddeutsche Artikel zur Reform des Mordparagrafen

Zeit Artikel zur Reform des Mordparagrafen


Kommentare

Sina
by Sina on 04. August 2019
Ich muss sagen, dass ich meinen Ehemann tatsächlich auch schon einmal körperlich angegangen bin, aber es war eine Ausnahmesituation. Er hatte seit ein paar Wochen viel mehr Stress an der Arbeit und hat jeden Abend seinem Ärger verbal Luft gemacht und an mir ausgelassen. Am Anfang habe ich noch nichts dagegen getan, weil ich wusste, dass es nicht gegen mich persönlich war, sondern, dass er sich nur Luft gemacht hat. An einem Tag kam ich mit bester Laune nach Hause und fand meinen Mann schon total hochgeschaukelt in der Küche vor. Er hatte sich selbst schon in Rage geredet und irgendeine Nachricht, die ich ihm am Tag geschrieben hatte, fehlinterpretiert hatte und in seinem Kopf so gebogen hatte, dass er einfach nur unglaublich wütend auf mich war, obwohl ich nur ganz belanglose Sachen mit ihm geschrieben hatte wie "Erinnere mich heute Abend bitte dran, die Wäsche zu waschen". Ich wollte erst einmal ruhig und besonnen mit ihm darüber reden, wieso er wütend auf mich war und es stellte sich bald heraus, dass es keinen wirklichen Grund gab. Er hatte mal wieder einen harten Tag an der Arbeit. Er schrie mich an, aber ich bin selbst eher stark und hab mich auch nicht weggeduckt, sondern dagegen gehalten, bin aber ruhig geblieben. Bis er schließlich einen Schritt auf mich zu gemacht hat. In dem Moment dachte ich, wenn ich jetzt zusammenzucke, oder zurückschrecke, dann habe ich verloren und es eskaliert total. In dem Moment bin ich auch laut geworden, hab ihn angeschrien, wie bescheuert und unsinnig das alles ist und habe einen großen Satz auf ihn zu gemacht und ihn mit der Hand hart vor die Brust gestoßen. Man muss dazu sagen, dass ich nur 60Kg wiege, mein Mann aber 110Kg. Dementsprechend war es für mich auch besonders bedrohlich, dass er so auf mich zugegangen ist. In dem Moment war er so perplex, weil er damit nicht gerechnet hatte, dass er sich schlagartig beruhigte und plötzlich mit großen Augen sagte: "Schatz, du hast ja recht!" Er war sofort wieder normal und alles war gegessen. Ich habe ihn dabei auch nicht verletzt und er hat auch gesagt, dass es ihm nicht wirklich wehgetan hat. In seiner Wahrnehmung war er auch gar nicht so aggressiv. Er hat gar nicht richtig realisiert, wie sehr er in Rage war. Später dachte ich mehrmals, dass es gut war, dass mein Mann eine selbstbewusste Frau abbekommen hat, denn ich will mir nicht ausmalen, wie die Situation vllt hätte ausgehen können, wenn ich schüchterner und ängstlicher gewesen wäre. Zum Schluss muss ich auch noch sagen, dass mein Mann unglaublich liebevoll ist und auch nach fast 5 Jahren Beziehung mir noch immer Geschenke macht, für mich essen kocht und mir den Rücken massiert ;) Diese Situation war eine Ausnahmesituation und passt überhaupt nicht zu ihm. Seit diesem Tag hat er weniger gearbeitet und den Stress damit heruntergeschraubt. Jetzt geht es ihm wieder gut und er braucht kein anderes Ventil mehr für seinen Stress, oder den Frust den er durch seinen Chef manchmal hat.
Anja
by Anja on 04. August 2019
Wie ihr gesagt habt, merkt man oft nicht, wenn jemand Depressionen hat. Ich hatte eine Schulfreundin, die schwierige Familienverhältnisse hatte. Zu ihr waren ihre Eltern zwar liebevoll, aber sie hat mitbekommen, wie ihr Stiefvater ihre ältere Schwester, die für sie sehr wichtig war, immer wieder geschlagen hat und Selbstmordversuche begangen hat. Alle ohne Erfolg. Meine Schulfreundin kannte kaum eine Art, mit ihren Problemen umzugehen, außer sich selbst zu verletzten, wie sie es bei ihrer Schwester gesehen hatte. Ich war die einzige, die sagen konnte, wann es ihr gut ging und wann nicht. Immer, wenn sie lächelte und fröhlich war, ging es ihr besonders schlecht. Wenn ich sie darauf ansprach, war sie immer erschüttert, dass ich es bemerkt habe, weil sie sich regelrecht bemühte, fröhlich zu sein und es sonst niemand merkte. Ich konnte sie alleine leider nicht dazu bringen, sich Hilfe zu holen, aber irgendwann hatte sie einen Freund, der es geschafft hat, sie dazu zu bringen, Hilfe anzunehmen. Er hat ihr auch ihre Klingen, mit denen sie sich immer geritzt hat, abgenommen und seine Eltern dachten dann, sie gehören ihm, obwohl er absolut keine Narben oder Schnittverletzungen hatte. Trotzdem hat er nicht gesagt, dass sie seiner Freundin gehörten. Ich bin froh, dass sie ihn kennengelernt hat, denn ich wusste nicht, was ich noch tun sollte. Ich selbst hatte auch viele Probleme. Wurde in der Schule stark gehänselt und ausgegrenzt und hatte in der näheren Umgebung fast keine Freunde. Oft habe ich mir Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht und auch, wenn ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass ein einzelnes Leben für die Erde keine Rolle spielt, hatte ich niemals Selbstmordgedanken. So etwas wie bei meiner Freundin kam mir nie in den Sinn. In der Oberstufe hatte ich ein Burn Out durch den ganzen Druck in der Schule und, weil ich wegen der ganzen Schularbeiten kaum noch ein eigenes Leben hatte. Da meine Eltern mir immer beigebracht haben, dass man sich Hilfe suchen soll, wenn man merkt, dass man es alleine nicht schafft und dies nichts Schlimmes oder Verwerfliches ist, bin ich direkt zu einem Therapeuten gegangen, als ich gemerkt habe, dass ich alleine nicht aus diesem "Loch" herauskomme. Bis vor einem Jahr gehörte mein heutiger Ehemann auch zu den Leuten, die bei so etwas dachten "Die sollen sich mal nicht so anstellen", wie es bei Depressionen leider oft passiert. Bei mir hat es damals fast 6 Jahre gedauert, bis das Burn Out erreicht war. Mein Mann bekam vor einem Jahr einen neuen Chef, der ihn regelrecht psychisch malträtiert hat und es hat gerade mal zwei Wochen gedauert, bis mein Mann einen psychischen Zusammenbruch hatte und zum Glück direkt eine Therapie angeleiert hat. Bis zu diesem Tag dachte er, so etwas könnte ihm nie passieren. Seitdem sieht er mein Burn Out mit anderen Augen.
Dennis Stolle
by Dennis Stolle on 13. Juli 2019
Oh, Paulina, ich hoffe deine Verbrennungen sind einigermaßen gut verheilt!😫Das klingt ja schlimm! Aber schön, dass du tolle Leute um dich hast die dann für dich da sind!🤗Und das du deinen Humor, den wir Mordlust-Freaks ja so lieben, nicht verloren hast!😄
Dennis Stolle
by Dennis Stolle on 13. Juli 2019
Das ist ja mal wieder ein echt toller Beitrag von euch, danke dass ihr immer so gleichbleibend hochwertig arbeitet!🤗Ich freue mich schon auf die nächsten Ausgaben - zum Glück habe ich ja noch viele vor mir!😃 Aber was die Anwälte mal wieder zum Thema lebenslange Haft so von sich geben, ist ja echt heftig! 15 Jahre sind zu lang? Die Würde des Menschen ist gefährdet?? In einem für internationale Verhältnisse konfortablen Haftsituation? Die haben doch den Bezug zur Realität und zur Verhältnismäßigkeit verloren! 1. Gibt es immer noch - zum Glück - die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit! Und das ist auch der Grund, warum man nicht nur an Reue und Bestrafung des Täters, sondern auch an Gerechtigkeit für Opfer, deren Angehörige und der Gesellschaft im allgemeinen dabei denken muss! Außerdem ist der Täter in der Haftzeit der Öffentlichkeit entzogen, kann so auch in einer gesicherten Umgebung länger und somit auch effektiver therapiert werden und macht erst ab einer Haftzeit eines solchen Zeitraumes eine Rehabilitation (und ob diese dann überhaupt möglich ist, ist nochmal ein anderes Thema) möglich! Deshalb ist die Abschreckung potenzieller Täter als Argument eher sehr dünn! 2. Darf man nicht vergessen, dass die sogenannte lebenslange Haft schon mehrfach gekürzt wurde - auf eben diese momentanen 15 Jahre! Die nun nichtmehr wirklich lebenslang sind und somit ihrer Bezeichnung nicht mehr in Ansätzen entsprechen! 3. Ist es ja auch schon (meine Erachtens) übertollerant, dass man die Haftzeit nach guter Führung und Entwicklung, beenden kann! Wer dann länger sitzt, ist halt nicht soweit, der Öffentlichkeit gefahrlos überlassen zu werden! Die Anwälte mögen es zwar gern verdrängen (was wohl an deren Interessen liegt), aber auch dafür hat das Gericht nunmal die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber! Alles andere wäre mindestens grob fahrlässig! 4. Es handelt sich - bei aller Liebe - nunmal um Mord! Und manchmal sogar um Serienmord, Massenmord, triebgesteuerte Taten, usw.! Das heißt, dass daeinige Störungen und Verhaltensauffälligkeiten einher gehen, die z.T. schon mehrere Jahrzehnte, bzw. das Ganze bisherige Leben des Täters gehen! Und nur weil Laien bezüglich psychischen Erkrankungen und Behinderungen die mit den Taten zu tun haben, denken dass 15 Jahre effektive Therapie ausreichen sollen, wird da ganz sicher nicht gleich jeder aufspringen und den Laien - was die Anwälte fachlich nunmal sind - recht geben! Das Ganze ist da nämlich etwas komplizierter! Und nur weil der Täter in einem Gefängnis und nicht in eine forensische Anstalt kommt, ist er nicht frei von Störungen die behandelt werden müssen und die u.a. zur Tat/zu den Taten geführt haben! Ich finde es echt erschütternd, wie wenig selbst erfahrene Anwälte von Psyche und auch von öffentliche Sicherheit verstehen, bzw. wie egal sie diesen Themen scheibar z.T. gegenübertreten! Dabei ist das deutsche Rechtssystem so schon unfair genug und zu lasch! Es geht - auch durchs europäische Strafrecht - zu sehr auf die Rehabilitierung des Täters ein, die oftmals als grubdsätzlich möglich unterstellt wird und zu wenig auf Gerechtigkeit und öffentliche Sicherheit und die Verantwortung hierfür! Außerdem hat man - und das bekommt man ja auch bei euren Fällen des öfteren mit - kaum eine Chance, gegen fatale Ermittlungsfehler, Korruption von Beamten und neuen Erkentnissen in einem Fall, der einen schon entlassenen vermeintlichen Fehlverurteilten erfolgreich vorzugehen! Es gibt kaum ein Land, in dem es Mördern so gut geht wie in Deutschland! Und das, obwohl sie nicht nur dem direkten Tatopfer sondern meist auch Freunde, Verwandte, Kollegen/Mitschülern und eventuellen Fehlverurteilten das Leben unwiederbringlich zerstören! Wer das nicht versteht, hat da auch bei aller Liebe weder Mitleid noch Verständnis verdient! P.S.: Ich hoffe, es ist nicht so schlimm, wenn ich immer so oft und viel kommentiere!😅🙈Aber das Thema ist mir halt schon lange recht wichtig und ihr bietet mit eurer ausführlich präsentierten und ernst gemeinten Art der Beiträge ein ideales Forum um leidenschaftlich zu diskutieren, zu kommentieren und Denkanstöße und Meinungen anzuregen!😊🙂Macht bitte weiter so, ihr seid klasse!😃

Neuer Kommentar

Durch das Abschicken des Formulares stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere Personenbezogene Daten. Die Nutzung von deinem echten Namen ist freiwillig.

Über diesen Podcast

Im True Crime-Podcast “Mordlust - Verbrechen und ihre Hintergründe” sprechen Paulina und Laura über wahre Kriminalfälle aus Deutschland. In jeder Folge widmen sich die Reporterinnen zwei Fällen zu einem spezifischen Thema und diskutieren strafrechtliche und psychologische Aspekte. Dabei gehen sie Fragen nach wie: Was sind die Schwierigkeiten bei einem Indizienprozess? Wie überredet man einen Unschuldigen zu einem falschen Geständnis? Und wie hätte die Tat verhindern werden können? Mord aus Heimtücke, niedrigen Beweggründen oder Mordlust - für die meisten Verbrechen gibt es eine Erklärung und nach der suchen die beiden. Außerdem diskutieren die Freundinnen über beliebte True Crime-Formate, begleiten Gerichtsprozesse und führen Interviews mit Experten. Bei “Mordlust” wird auch mal gelacht, das ist aber nie despektierlich gemeint!

Dieser Podcast ist Teil von funk (seit dem 16.01.2019 / Folge 13).
http://go.funk.net/impressum

von und mit Paulina Krasa & Laura Wohlers

Abonnieren

Follow us